Eine Betroffene an alle MCS–Betroffenen  
 

Was fang ich mit meinem Leben an?
Es gibt nicht mehr viel, was ich vertragen kann.
In meinem Beruf als Zahnarzthelferin bin ich vergiftet worden
und habe dadurch die größten Sorgen.

Eine erworbene Autoimmunerkrankung mich in den Rollstuhl zwingt
und die MCS– Erkrankung unbeschreiblichen Verzicht abringt.
Diese MCS hat mir so viel geraubt
das hätte ich im Anfangsstadium niemals geglaubt.

Der Weg begann – es hieß verzichten
aber nicht Geist und Seele vernichten.
Ich lernte begreifen – fing an zu reifen.
Durch die schwere Krankheit lernte ich erkennen
du musst den Körper von Geist und Seele trennen.

Die Verschlimmerung schreitet immer noch fort
ich sehne mich nach einem anderen Ort.
Meine Wohnung fast leer – Möbel ade
das erste Stück tat besonders weh.

Ich habe die Möbel nicht vorsorglich weggeräumt
oder von einer neuen Einrichtung geträumt.
Viele, viele Jahre habe ich sie besessen
ab 2002 musste ich ein Stück nach dem anderen vergessen.
Die schwere MCS– Erkrankung hat sie mir gestohlen
und ich kann sie nicht wieder holen.

Von meiner Wohnung, die aus zwei Zimmern besteht
ein Raum seit über zwei Jahren überhaupt nicht mehr geht.
Dieses schöne, große Zimmer musste ich für immer schließen
und mein gespartes Geld in die Giftaufklärung fließen.
Um es danach sich selbst und den Giften zu übergeben
und mit Reaktionen im Rest der Wohnung weiter leben.
Meine Augen, sie schwellen erneut täglich an
da ich den „Rest“ nicht mehr vertragen kann.

Probleme durch die Mitbewohner im Haus
sind für mich –mit MCS– eine Zumutung und ein Graus.
Die Aufklärungsarbeit kann ich mir sparen
ich würde dennoch keine Rücksichtnahme erfahren.
Seit siebzehn Jahren verbringe ich hier mein Leben
auch kein Anlass für die Mitbewohner – Mithilfe anzustreben.

Ein giftfreier Lebensraum, das ist mein Traum
doch werd’ ich ihn wohl finden kaum.
Alle Umstände mich an Wangen binden
deshalb müsste ich in Wangen einen finden.

Beim Oberbürgermeister bin ich auch gewesen
und meine DRINGEND– Anzeigen in der Zeitung konnte man lesen.

Des weiteren der Strom – die Energie
setzt mir zu wie noch nie.
Nach langem studieren, muss ich jetzt ausprobieren
Stoff für den Rollstuhl als Kunststoffersatz?
An Sitz– und Rückenfläche findet er Platz.
Die Ohnmacht, kaum noch „Ersatz“ zu finden
lässt mir oft den ganzen Lebensmut schwinden.

Ich hoffe von Herzen, es geht gut
sonst verlässt mich wieder der Mut.
Jeder Tag ist eine Qual
Probleme nur in großer Zahl.
In all dieser unbeschreiblichen Not
suche ich manchmal Trost im Tod.

Meiner Pflegeperson und Haushaltshilfe ich „Danke“ sage
sie nehmen Produkte, die ich vertrage.

Grauenvolle Reaktionen diese MCS– Erkrankung bringt.
Dadurch viele Betroffene in die Isolation zwingt.
Jeder wünscht sich, sie würden endlich enden
darum lasst uns gegenseitig
Mut, Hoffnung und Kraft spenden.

Einige meiner Gedichte ließ ich zum Gedichtband binden
das lässt mich wieder Lebenssinn finden.
Ich habe den Titel „Eine Betroffene für Betroffene“ gewählt
weil das Schicksal eines jeden Einzelnen zählt.

Alle Betroffenen auf der Welt, ich will euch erreichen
deshalb setze ich hiermit ein Zeichen.
Ihr könnt ihn für euch selbst und andere nutzen
und die Nichtbetroffenen werden stutzen.
Sie werden euch dadurch weniger quälen
ihr selbst braucht über die Krankheit nicht mehr viel erzählen.

Durch diesen Gedichtband fühlt sich der Einzelne nicht mehr allein
deshalb sollte er im Besitz jedes Betroffenen sein.
Wenn ich könnte, würd’ ich euch allen einen schenken
aber das geht nicht, das könnt ihr euch denken.

Silvia Müller setzt für mich hier das Zeichen
mich könnt ihr nur auf dem Postweg erreichen.

Ist auch ein jeder für sich allein
lasst uns im Herzen verbunden sein!

Es grüßt euch aus der Isolation

Marlene

Der Gedichtband ist zum Selbstkostenpreis
von 5 € und 0,77 € Rückporto (max. 6 Exemplare)
als Büchersendung ohne schriftliche Mitteilung

unter meiner Anschrift erhältlich:
Marlene Winands, Lindauer Str. 25, 88239 Wangen
 
 
 
 
 
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