Schimmelpilz  
 
Silvia K. Müller / CSN

Vorkommen:

Schimmelpilze sind in der Luft und im Erdreich über unseren ganzen Globus weitverbreitet. Sie haben keine Saison wie Pollen, sie sind das ganze Jahr über präsent. Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit für ihr Wachstum und zur Sporenausschüttung. Sie wachsen am besten bei Raumtemperatur, oder sommerlich feucht-warmer Witterung. Schimmelpilze schütten daher ihre Sporen vornehmlich nach Regen oder nach Tauwetter aus. Einige lieben die Dunkelheit der Nacht, sie beginnen zwischen 3.00 – 5.00 Uhr morgens mit der Sporenauszuschüttung. Verschiedene Nahrungsmittel sind oder enthalten Schimmelpilz, z.B. Milchprodukte, Nüsse, Bier, Konservierungs- Farbstoffe, Speisepilze, Hefe. Schimmelpilze können im Haus in schlecht belüfteten Räumlichkeiten, feuchten Kellern, oder auch in Viehställen entstehen. Sie können auf Papier, Kleidung, Leder, Plastik, Holz, nahezu jedem Untergrund bei entsprechender Feuchtigkeit wachsen.


Symptome:
Jeder der Schimmelpilze einatmet, kann sich darauf sensibilisieren und je häufiger man sie einatmet, desto sensibler kann man werden. Schimmelpilz-Sensibilitäten stellen häufig ein unbeachtetes Gesundheitsproblem dar. Symptome durch Schimmelpilze können hyersensitive Pneumonitis, Dermatitis, sekretive Otitis, cerebrale Probleme, rheumatoide Beschwerden, chronische Sinusprobleme, Asthma, gastrointestinale Beschwerden, Depressionen, bronchitisartige Symptome einschliessen. Schwindel, Kopfschmerzen, andauernde Magendarmbeschwerden, Schwellen der Gelenke, Schmerzen in der Muskulartur, selbst Wutausbrüche und Hyperaktivität können schimmelpilzbedingt sein.
 


Wie erkenne ich ob, ich sensibel auf Schimmelpilze reagiere?
  • Geht es Ihnen an feuchten Plätzen schlechter (z.B. Keller, feuchtes Badezimmer, im Wald)?
  • Geht es Ihnen von August bis zu hartem Frost schlechter?
  • Geht es Ihnen bei Gartenarbeiten (z.B. Grasmähen, Laub kehren, Garten umspaten) schlechter?
  • Verschlechtert sich Ihr gesundheitlicher Zustand nach mehreren aufeinanderfolgenden Regentagen?
  • Geht es Ihnen schlecht wenn Sie Sauerkraut, Pickles, Bier, Käse, Nüsse oder Essig konsumieren?
  • Geht es Ihnen im Haus besser als draussen, Vor allem wenn geheizt ist?
  • Geht es Ihnen besser, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, oder bei geschlossener Schneedecke?
  • Haben Sie eine Penicillinallergie?
Schimmelpilz-Sensibilitäten, Allergien verursachen kein Jucken der Augen und Nase, diese Symptome sind strikt mit Pollen- oder Nahrungsmittelallergien verbunden.  


Wie kontrolliere ich schimmelpilzbedingte Sensibilitäten, Allergien?
  • Bei Verdacht den Wohnraum durch ein Umweltlabor testen lassen (Petrischalen, Schimmelhund).
  • Die Quelle ohne Einsatz gefährlicher Fungizide sanieren. (Ersatz z.B. Borax, Grapefruitsamenextract, Teebaumöl, Zephiran, Hydrogen Peroxyd).
  • Bei Sensibilitäten gegenüber Schimmelpilzen sollte im Wohnraum Karenz gegenüber
Emittenten, wie Zimmerpflanzen, Luftbefeuchter, schlecht gewartete Klimaanlage, Badezimmer ohne Belüftung, Bettmatratzen direkt auf dem Boden, Teppichboden, etc. herrschen.
  • Auch Nahrungsmittel können mit Schimmelpilzen kontaminiert sein, u.a. Nüsse, Getreide, Bier, Fruchtsäfte, Käse, Kaffee, Sojasauce, Essig, Gewürze, Molasse, Hefe. Ihr Konsum sollte weitgehend vermieden, bei schwerer Sensibiltät eliminiert werden.
  • Essen Sie keine Reste vom Vortag.
  • Personen, die bereits hypersensibel auf Schimmelpilze reagieren, sollten es bei feuchter Witterung vermeiden mit offenem Fenster zu schlafen, um einen Eintrag von aussen zu verhindern. Ein Luftfilter mit HEPA-Filtern kann eine grosse Erleiterung erbringen.
  • Bei feuchter oder windiger Witterung im Innenraum aufhalten.
  • Feuchte Räume, bzw. Schimmelpilzherde müssen saniert werden.
  • Duschkabine, Duschvorhänge nach dem Duschen sofort trockenreiben.
  • Teppiche und Teppichböden sind Schmutz- und Schimmelpilzfänger.
  • Feuchte Keller (über 50% Luftfeuchte) müssen entfeuchtet werden (Luftentfeuchter, Ventilator, Zeolith).
  • Keinen Komposteimer im Haus aufbewahren. Müll täglich leeren.
  • Schimmelpilzige Gegenstände (Zeitungen, Kleidung, Schuhe, Teppiche, etc.) wegwerfen.
  • Verwenden Sie keinen Luftbefeuchter.
  • Für Reinigungsarbeiten nur einen Staubsauer mit HEPA-Filter einsetzen.
  • Für ständige Wartung und Reinigung von Klimaanlagen (Haus und Auto) sorgen.
  • Kein Feuerholz für offene Kamine im Haus lagern.
  • Kleidung nach einem Waldspaziergang oder Gartenarbeit waschen. Haare waschen.
  • Nie feuchte Kleidung oder Wäsche wegräumen. Zuerst trocknen.
  • Büsche und Bäume nicht zu dicht ans Haus wachsen lassen. Keine Hausberankung.
  • Desensibilisierungsbehandlung (Millertechnik, nur konservierungsmittelfrei) bei einem erfahrenen Umweltmediziner oder in einer Umweltklinik kann sehr hilfreich sein.
  • Vermeiden Sie Penicilin, wenn Sie hypersensibel auf Schimmelpilze sind.
  • Bei unvermeidbarer Exposition eine Aktivkohle- oder spezielle Partikelfiltermaske, bzw. Airsupply-Luftfilter zum Umhängen tragen.
  • Für manche Hypersensible muss ein Wohnortwechsel erwogen werden, falls man in direkter Wald- oder Parknähe wohnt. Bei extremer Sensibilität muss ein Wohnortwechsel in die Berge über 1600m erfolgen.
Vor allem für Chemikaliensensible und Polyallergiker ist es extrem wichtig, in schimmelpilzfreier Umgebung zu leben, da Schimmelpilze drastisch zur Erhöhung der Gesamtkörperbelastung beitragen. Eine Desensibilisierung (Millertechnik, ohne Konservierung) durch einen erfahrenen Umweltmediziner, oder eine Umweltklinik kann zu enormem Toleranzzuwachs, im Sinne von geringerer Sensibilität gegenüber Chemikalien und anderen irritierenden Stoffen führen. Hypersensible müssen sehr langsam unter Cleanroombedingungen ausgetestet werden, um objektive Ergenisse und keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erzielen.
 
 
 
 
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